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EXHIBITIONS

Ausstellungsansichten_mitEigensinn_11_©PiaSternbauerMuseumAngerlehner-2048x1365.jpg© 2025

2024

MIT EIGENSINN*

Schmuck aus Österreich. Künstlerinnen im Fokus

Ein Fokus liegt auf den  Protagonistinnen der Anfangszeit des Avantgardeschmucks, deren Arbeiten zu ausgewählten Positionen von Künstlerinnen und Künstlern der mittleren und jungen Generation in Beziehung gesetzt werden. Die Ausstellung veranschaulicht die vielfältigen Entwicklungen einer spannenden und heterogenen Schmuckszene, wie sie sich in Österreich aufgrund spezifischer Voraussetzungen entfaltet hat. Gemeint sind hier u.a. die Geschichte der Wiener Werkstätte, der menschliche Körper als Subjekt und Objekt in der bildenden Kunst und die besondere Ausbildungssituation des Landes.

Unter der Bezeichnung Autorenschmuck hat sich Schmuck seit Ende der 1960er Jahre international als Kunstform etabliert. Diese neue Auffassung manifestiert sich nicht nur in der Verwendung von schmuckfernen Materialien und Techniken, sondern sie reflektiert und interpretiert auch die gesellschaftlich-kulturellen und ästhetischen Entwicklungen ihrer Zeit. Dabei steht meist ein Konzept im Vordergrund: Das Medium für die Aussage ist Schmuck. Abseits des rein Dekorativen werden Schmuckstücke so zu eigenständigen und eigensinnigen Objekten.

Die „Abwehrreaktion. Herz“ (1982) der Pionierin Brigitte Lang beispielsweise ist ein linienhafter Halsschmuck, der mit dem Körper interagiert, die Pfeilspitze deutet auf die Brust der Trägerin. Eine weitere feministische Position kommt von der zeitgenössischen Künstlerin Anna Riess, die mit ihrem „Speckgürtel“ (2018) den Optimierungswahn des (weiblichen) Körpers ironisch aufnimmt und es den Tragenden vorübergehend erlaubt, ein unbekanntes Körpergefühl zu erleben. In der Serie „Das kontrollierte Chaos“ (2014) arbeitet Stephanie Morawetz mit farbenfrohen Plastiksteinen. Diese illustrieren die dystopische Annahme der Künstlerin, dass die Erde mit kleinen Plastikteilchen bedeckt wird, die sich zukünftig nach einer Ablagerung zu Steinen verfestigen.

Die Ausstellung möchte Entwicklungen erfahrbar machen, die die heutige Schmuckszene Österreichs geprägt haben und nimmt dabei einen Perspektivenwechsel vor: Die Ausstellung und die begleitende Publikation zeigen, wie Künstlerinnen das vielbeachtete Schmuckgeschehen der Avantgarde Österreichs maßgeblich mitbestimmt haben. Und dies wird nicht nur anhand ihrer Werke deutlich, sondern auch in ihrem Einfluss auf nachfolgende Generationen an Schmuckschaffenden.

* Kunst mit Eigen-Sinn. Aktuelle Kunst von Frauen (Museum des 20. Jahrhunderts, 1985)

 

Konzeption der Ausstellung: Gabriele Kutschera
Organisation der Ausstellung: Ursula Guttmann und Susanne Hammer

Künstlerinnen und Künstler:
Eva Afuhs, AND_i, Andrea Auer, Elisabeth Altenburg, Isolde Baumhackl-Oswald, Gabriele Kutschera, Sonja Bischur, BLESS, Susanne Blin, Gunda Maria Cancola, Elisabeth J. Gu. Defner, Petr Dvorak, Benedikt Fischer, Verena Formanek, Ursula Guttmann, Pia Groh, Andrea MAXA Halmschlager, Elisabeth Habig, Susanne Hammer, Margit Hart, Brigitte Haubenhofer-Salicites, Anna Heindl, Alexandra Hofer, Christian Hoedl, Paul Iby, Ulrike Johannsen, Beatrix Kaufmann, Michelle Kraemer, Brigitte Lang, Erika Leitner, Jacqueline I. Lillie, Gerti Machacek, Doris Maninger, Theresa Macourek, Stephie Morawetz, Martina Mühlfellner, Anita Münz, Viktoria Münzker, paula.paul, Nadine Pramhas, Konstanze Prechtl, Ulrich Reithofer, Anna Riess, Eva Schmeiser-Čadia, Veronika Schwarzinger, Ina Seidl, Claudia Steiner, Bernhard Stimpfl-Abele, Waltrud Viehböck, Birgit Wiesinger/Eva Tesarik, Ulrike Zehetbauer-Engelhart, Petra Zimmermann.

 

Featuring jewellery objects as well as, sculptural and conceptual works by fifty-three artists, the exhibition offers an exciting insight into jewellery-making in Austria dating back to the 1970s. Emphasis is placed on the female protagonists o this period, whose works are presented in relation to specific roles assumed by the intermediate and younger generations.

*The German title of the exhibition MIT EIGENSINN* Schmuck aus Österreich. Künstlerinnen im Fokus [A MIND OF THEIR OWN* Jewellery from Austria. Focusing on Women Artists] alludes to an exhibition mounted in Vienna in 1985. Its title was Kunst mit Eigen-Sinn. Aktuelle Kunst von Frauen [Art with a Mind of its Own. Art by Women Now], and it pursued a decidedly feminist agenda

Mit einem Fokus auf weibliche Protagonistinnen der Anfangszeit des Avantgardeschmucks bietet die Zusammenschau anhand von zahlreichen Schmuckobjekten, skulpturalen und konzeptuellen Arbeiten einen spannungsreichen Einblick in das österreichische Schmuckschaffen seit den 1970er Jahren bis zur Gegenwart. Ausgangspunkt für die Auswahl der Arbeiten sind die vielfältigen und offenen Herangehensweisen einer spannenden und heterogenen Szene, wie sie sich in Österreich aufgrund spezifischer Voraussetzungen entfaltet hat. Bis heute arbeitet sich diese „neue“, experimentelle Auffassung von Schmuck nicht nur an seiner Begrifflichkeit ab, sondern manifestiert sich auch in der Verwendung von „schmuckfernen“ Materialien und Techniken. Dabei steht meist ein Konzept im Vordergrund: das Medium für die Aussage ist Schmuck in all seiner Radikalität und Sinnlichkeit. Abseits des rein Dekorativen werden Schmuckstücke so zu eigenständigen und eigensinnigen Objekten.

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